| Mobil telefonieren
in Korea
Seit Mitte Dezember besitzt auch Nordkorea ein hochmodernes Mobilfunknetz.
Allerdings ist noch völlig unklar, wer dieses Netz nutzen darf.
Bis vor kurzem mussten ausländische Reisende bei der Ankunft
in Korea ihre Handys abgeben. Dass nun eine neue Öffnungspolitik
ihren Anfang nimmt, ist wohl eher unwahrscheinlich, denn Gerüchten
zufolge sollen auf dem neuen Netz nur Telefonate innerhalb Nordkoreas
erlaubt sein.
Mit der vorsichtigen Modernisierung der Telefon-Kommunikation hatte
das Land bereits 2003 experimentiert. Damals durften neben Ausländern
etwa 20.000 hochrangige Nordkoreaner, vor allem Beamte, Militärangehörige
und reiche Geschäftsleute, mobil telefonieren. Aber bereits
im Frühjahr 2004 wurde diese Genehmigung wieder zurückgenommen.
Seither war die Nutzung des Mobilfunknetzes auf ausländische
Diplomaten und andere privilegierte Persönlichkeiten Nordkoreas
begrenzt.
Das neue Netz wird von der Firma CHEO Technology JV Co. betrieben.
Mehrheitseigner ist das ägyptische Tele-kommunikationsunternehmen
Orascom, ein Viertel des Unternehmens in Händen der nordkoreanischen
Regierung.
Warum 2004 alle Mobilgeräte quasi von heute auf morgen wieder
eingezogen wurden, ist bis heute ein Rätsel. Gerüchten
zufolge soll die mysteriöse Zugexplosion, die der Diktator
Kim damals nur knapp überlebte, durch einen Sprengsatz ausgelöst
worden sein, der mit einem Handy gezündet wurde. Dies soll
dann zum sofortigen Verbot aller mobilen Geräte geführt
haben.
Chinas Währungsreserven: Keine Rose ohne Dornen
Die unglaublich hohen Währungsreserven der VR China
wecken in anderen Ländern immer wieder Erstaunen, Furcht und auch
Erwartungen. Derzeit wird China von verschiedenen Seiten aufgefordert,
diese Mittel teilweise zugunsten der Stabilisierung der Weltwirtschaft
in Zeiten der Finanzkrise einzusetzen. Aber in Zeiten der allgemeinen
Finanzkrise muss China zunächst dafür sorgen, dass die Reserven
nicht mehr Schaden als Nutzen bringen.
Nach der ersten vorsichtigen Öffnung seiner Märkte
im Jahr 1987 hatte die Volksrepublik über viele Jahre mit einer großen
Knappheit an Devisenreserven zu kämpfen. Dann im Jahr 2006 überraschte
China die führenden Wirtschaftsmächte mit der Nachricht, über
die weltweit größten Währungsreserven zu verfügen.
2007 belief sich der Betrag bereits auf etwa 1,5 Billionen US-Dollar und
ist auch in diesem Jahr weiter angestiegen.
Wie ist es der chinesischen Regierung gelungen, diese Reserven anzuhäufen
und was hat sie damit vor?
Seit Jahren erwirtschaftet China anhaltende Überschüsse
in der Kapital- sowie in der Leistungsbilanz. Die chinesische Zentralbank
kauft diese einfließenden Devisen auf, die dann als Währungsreserven
erscheinen. Mit diesem Verfahren soll eine Aufwertung des Renminbi und
damit auch eine Schwächung der chinesischen Exportwirtschaft vermieden
werden. Auch der steigende Zufluss von spekulativem Kapital hat zu einem
weiteren Anstieg der Währungsreserven geführt. Andererseits
steht dem kein nennenswerter Abfluss an Devisen gegenüber, der den
Aufbau der Währungsreserven zumindest verlangsamen könnte. Auch
in den nächsten Jahren ist davon auszugehen, dass die chinesischen
Währungsreserven weiter steigen werden.
Obwohl diese hohen Währungsreserven einerseits
sehr viel Spielraum ermöglichen, bringen sie doch in der jetzigen
Anlageform wachsende Probleme für die chinesische Volkswirtschaft
mit sich. So stiegen im Verlauf der Finanzkrise und den Abwertungen an
den internationalen Finanzmärkten die so genannten „Sterilisierungskosten“
in ungekannte Höhen. Will die chinesische Zentralbank nämlich
bei dem derzeit praktizierten Verfahren bleiben, so ist sie gezwungen,
die einströmenden Devisen aufzukaufen und ständig neue Renminbi
auszugeben. Die entstehende überschüssige Liquidität gleicht
sie durch die Ausgabe von Zentralbankanleihen aus.
Dies ging jahrelang gut und brachte der Zentralbank gute Gewinne, da die
Verzinsung der Zentralbankanleihen niedriger ausfiel als die Zinsen, die
die chinesische Zentralbank durch die Anlagen der Währungsreserven
erzielt hatte. Durch die anhaltende Finanzkrise und ihre Folgen hat sich
dieses Zinsverhältnis allerdings umgekehrt und führt zu einer
steigenden Belastung und damit zu einer negativen Bilanz der Zentralbank.
Um diese Situation zu entzerren, wurde unter anderem
beschlossen, einen Teil der überschüssigen Währungsreserven
zukünftig für risikofreudigere Investitionen freizugeben. Dies
führte wiederum zur Gründung der in den westlichen Ländern
unter dem Namen „Chinesischer Staatsfonds“ umstrittenen „China
Investment Corporation“ (CIC), in der einige europäische Banker
und Politiker eine Speerspitze der chinesischen Regierung für die
Unterwanderung westlicher Unternehmen sehen.
Dass dies keineswegs der Fall ist, belegt Sandra Heep in ihrer Untersuchung:
„Chinas neuer Staatsfonds“ in Asien Ausgabe Juli 2008. Die
im Westen zum Teil ausufernde Reaktion auf die Gründung der CIC hat
auch in China Gegenreaktionen provoziert, so z.B. den neuen „NES-Test“
bei Zusammenschlüssen mit chinesischen Unternehmen. Diese neue Regelung
kann auch westlichen Mittelständler bei Investitionen in China das
Leben schwer machen.
|